
Neurodermitis
Was ist Neurodermitis
Die Neurodermitis, für die auch synonym die Begriffe atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis verwendet werden, ist eine klinisch durch juckende Ekzeme gekennzeichnete Hauterkrankung. Fast alle Betroffenen leiden unter einer trockenen Haut. Auftreten kann die Neurodermitis prinzipiell in jedem Lebensalter, wobei v . a. Kinder in den ersten fünf Lebensjahren betroffen sind. Verläufe über manchmal viele Jahre sind typisch. Zusammen mit Heuschnupfen und allergischem Asthma bildet die Erkrankung die „atopische Trias“. Atopie ist dabei definiert als eine familiär auftretende Überempfindlichkeit von Haut und Schleimhäuten gegen Umweltstoffe, assoziiert mit einer vermehrten Immunglobulin E-Produktion und/oder veränderten unspezifischen Reaktivität.
Was ist die Ursache?
Bisher ist keine einheitliche Ursache der Erkrankung bekannt. Auf dem Boden einer genetischen Veranlagung sind Störungen im Bereich der zellvermittelten Immunantwort und der Hautbarriere (Verminderung der epidermalen Lipide, insbesondere bestimmter Ceramide, erhöhter transepidermaler Wasserverlust auch in klinisch unbefallenen Hautarealen) für die Krankheitsentstehung bedeutsam. Aber auch eine Reihe von äußeren Auslösefaktoren vermag den Verlauf der Neurodermitis zu beeinflussen und insbesondere bei der Entstehung akuter Krankheitsschübe eine entscheidende Rolle zu spielen. Daher ist es für ein erfolgreiches Therapiekonzept wichtig, die für den einzelnen Patienten relevanten Provokationsfaktoren zu erkennen und zu meiden bzw. zu minimieren.
Mögliche Auslöser/Verstärker
- Kleidung Synthetische Fasern, Wolle, Waschmittelrückstände, hitzestauende Kleidung, chemische Substanzen in neuer, noch ungewaschener Kleidung, Pestizide in naturbelassener Baumwolle etc.
- Nahrungsmittel Milchprodukte, Eier, Nüsse, Fisch, Zitrusfrüchte, Süßigkeiten etc.
- Tierkontakte Tierhaare, -hautschuppen und –federn (z .B . Katze, Hamster, Meerschweinchen, Pferd)
- Umwelt Tabakrauch, Pollen, Schimmelpilze, Hausstaubmilben etc.
- Krankheit Virusinfekte, bakterielle Infekte etc.
- Seelische Verfassung Stress, Frustration, Familienkonflikte, Langeweile etc.
- Mechanische Reizung Kratzen, Reiben der Kleidernähte etc.
- Klima Extreme Temperaturschwankungen, Schwitzen etc. Hautreinigung Seifen, häufiger Wasserkontakt etc.
Bedarf die Neurodermitiker-Haut einer besonderen Pflege?
Ja. Einen wesentlichen Bestandteil im Management der Neurodermitis stellt die durch Ihren behandelnden Arzt verordnete konsequente Pflege der Haut dar. Darüber soll eine Stabilisierung der für den Erkrankungsprozess wichtigen Störung der Hautbarriere erreicht werden, wodurch auch der quälende Juckreiz günstig beeinflusst wird. Durch die Stabilisierung der Hautbarriere können spezifische Medikamente eingespart und neue Krankheitsschübe verhindert bzw. hinausgezögert werden. Bei der Pflege sollen Produkte vermieden werden, die Reizstoffe enthalten, da sie ihrerseits Juckreizkrisen auslösen können.
Warum ist die Fettung der Haut so wichtig?
Eine gesunde Haut bildet einen Schutzmantel aus Hauttalg und Wasser, den sogenannten Hydrolipidmantel. Dadurch wird ein Austrocknen verhindert und die Hornschicht bleibt elastisch. Weil die Haut eines Neurodermitikers diesen Hydrolipidmantel nicht in ausreichendem Maße selbst aufbauen kann, müssen hier von außen Fett und weitere Feuchthaltestoffe zugeführt werden.
Wie kann der Haut Fett zugeführt werden?
Zur Stabilisierung der Neurodermitis-Haut eignen sich vor allem fettreiche, aber auch wasserhaltige, stark feuchthaltende Salben, Cremes oder Lotionen, die konsequent morgens und abends oder häufiger angewendet werden müssen. Je nach Größe der betroffenen Fläche wählt man z. B. eine Fettcreme (z. B. Excipial Lipocreme) für die kleinflächige oder für die großflächige Anwendung eine Lipolotio (z. B. Excipial U Lipolotio mit 4 % und 10 % Harnstoff). Als hilfreich hat sich auch die unterstützende Badetherapie mit medizinischen Ölbädern erwiesen. Dabei wird die Haut durch das Badewasser befeuchtet und anschließend mit einem Lipidfilm vor Verdunstung geschützt. Die Wassertemperatur sollte nicht zu hoch sein (32 – 37°C), und die Dauer des Bades sollte 15 Minuten nicht übersteigen. Spreitende Öle (z. B . Balmandol Haut- und Badeöl) erlauben eine besonders intensive Rückfettung und können auch direkt auf die feuchte Haut aufgetragen werden.
