Handekzeme

Berufsbedingte Hauterkrankungen nehmen seit Jahren zu. Schon heute machen berufsbedingte Hauterkrankungen bis zu 30% aller Berufserkrankungen aus. Am häufigsten vertreten ist das Handekzem. Auch in der Bevölkerung zählen Handekzeme zu den häufigsten Hauterkrankungen mit einer Einjahresprävalenz von 6,4%.

Man unterscheidet vor allem 3 Arten, die mit Rötungen, Bläschen, Papeln, Schuppen und sehr trockener Haut einhergehen:

  • Irritatives Handekzem
  • Allergisches Handekzem
  • Atopisches Handekzem

Das irritative (oder subtoxisch kumulative) Handekzem tritt auf, wenn wiederholt hautreizende Stoffe mit der Haut in Kontakt kommen und diese zunächst unterschwellig schädigen. Reinigungsmittel, Seifen, Shampoos, Wasser, Desinfektionsmittel, aber auch Kühlschmiermittel gehören zu solchen hautreizenden Stoffen. Erst nach dem Überschreiten der individuellen Reizschwelle, kommt es zu einer Entzündungsreaktion mit Rötung, Bläschenbildung, Rhagaden und Hyperkeratosen.

Beim allergischen Handekzem ist die Haut überempfindlich gegenüber einem oder mehreren Stoffen (Allergenen). Bei Kontakt mit diesen Stoffen, z. B. bei Schmuck mit Nickel, kommt es zur Sensibilisierung. Erst zeitlich versetzt kommt es zu einer Überempfindlichkeitsreaktion der Haut, zur Entzündungsreaktion mit Rötung, Bläschenbildung und starkem Juckreiz. Hauterscheinung und Allergenexposition stimmen örtlich überein. Ziel ist es zunächst, den Kontakt mit diesen Stoffen zu vermeiden oder zumindest einzuschränken.

Das am häufigsten auftretende Ekzem, das sich an den Händen entwickelt, ist das atopische Handekzem. Meist haben Menschen mit einem atopischen Handekzem eine vererbte genetische Disposition und insgesamt eine sehr trockene Haut. Kommt die Haut dieser Menschen nun aus beruflichen Gründen mit hautreizenden Stoffen (regelmäßig) in Kontakt, reagiert diese mit einem atopischen Handekzem mit Bläschenbildung, Schuppung und Rhagaden. Bei beruflicher Belastung wird die Haut oft stark beansprucht:

  • Durch Wasser oder durch Feuchtigkeitsstau (durch das Tragen von Handschuhen)
    wird die Hautbarriere geschädigt - die Hornhaut quillt auf.
  • Durch Seifen und Lösungsmittel werden Fette aus der
    Haut gewaschen - die Haut trocknet aus.
  • Säuren und Laugen führen zur Schädigung der Hornschicht,
    die der Schutzmantel der Haut nach außen ist.
  • Durch mechanische Reize findet ein Abrieb der Hornhaut statt.

All dies führt zu trockener, spröder, rauer und schuppiger Haut. Es gilt, die Hautbarriere wieder herzustellen und der Haut Fette und Feuchtigkeit zuzuführen. Denn nur gesunde Haut ist dem persönlichen und beruflichen Alltag gewachsen.

Quelle: AWMF-Leitlinie: Management von Handekzemen